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Crinaeae Offline



Beiträge: 8

13.03.2007 11:26
meine FF Antworten

Also da es mein Forum ist, werd ich mal den Anfang machen.
Die folgende Story ist eine FF (Fan Fiction). Sie basiert auf den Büchern von J.K.Rowling (Harry Potter) und setzt dort quasi am Ende des 6.Bandes an. Der Rest ist dann von mir. (Orte und etliche Personen allerdings übernommen)


Joseline Brenton – das magische Leben nach der Schule

Von Christina Kern, Juli 2006-07-19

Kapitel 1: Abschluss geschafft

„Somit haben Sie, die Sie hier sitzen Ihren Abschluss an unserer Schule für Zauberei und Hexerei mehr oder weniger erfolgreich geschafft. Ich wünsche Ihnen allen viel Erfolg bei Ihrer Berufswahl und auf das Sie alle finden wonach Sie suchen.“ Donnernder Applaus ging durch den Saal und alle Schüler und Schülerinnen waren begeistert. Sie hatten nun ihr letztes Zauberjahr abgeschlossen und konnten in die verschiedensten Berufe einsteigen, je nach Zeugnis. Es gab Berufe in der magischen Welt und welche, die mit der nichtmagischen in Verbindung standen. Joseline Brenton war eine jener Schülerinnen, die es nun geschafft hatten und sie stand nun vor einem neuen Abschnitt ihres Lebens.
Joseline war 18 Jahre alt und wie alle ihre Mitschülerinnen eine Hexe. Sie war auf eine renommierte Schule für Zauberei gegangen, die sich irgendwo versteckt in England befand, allerdings kam Joseline selber aus einer deutschen Familie von Nichtmagiern. Die vergangenen Monate hatte das Mädchen überlegt, was sie nach der Schule machen wollte, was auch wichtig für ihre Prüfungsfächer war, doch hatte sie sich nicht recht entscheiden können. Sie wankte zwischen einem Beruf als Lehrer in einer magischen Schule und der Vermittlung zwischen Magie und Nichtmagie. Nur eines stand für Joseline fest: Sie wollte bei ihren Eltern ausziehen und so hatte sie bereits in jeder freien Minute nach Wohnungen in beiden Welten Ausschau gehalten, denn es gab eine ganze Welt voller Magie. Versteckt direkt vor unser aller Augen. Bevorzugt wollte das Mädchen nach London ziehen, denn dort gab es eine besonders schöne Straße der Zauberei, wo es allerlei nützliche Geschäfte gab. Zudem hatte sie solange eine englische Schule besucht, dass sie sich in Deutschland kaum noch Zuhause fühlte. Nur in den Ferien war sie stets zu ihren Eltern gefahren.
Das Mädchen packte ihre Koffer und dachte nach. Ein weiterer Grund weshalb sie nicht zu ihren Eltern zurück wollte, war die immer wachsende Gefahr. Es gab einen Zauberer der böser war, als alle bösen Zauberer überhaupt. Dieser Mann war jahrelang tot geglaubt gewesen, doch seit zwei Jahren war er nun wieder da und er hasste Menschen ohne Magie. Er folterte sie nur so zum Spaß und brachte um, wer ihm nicht gehorchen wollte. Joseline hatte viele Geschichten über jenen Zauberer gehört, doch am tragischsten war die um den Jungen der überlebte. Sein Name war Harry Potter und sie war mit ihm zur Schule gegangen. Allerdings befand sie sich in einem anderen Schulhaus und einen Jahrgang weiter, somit hatten sie sich bloß mal auf dem Flur gesehen. Vermutlich hatte er sie nicht einmal registriert, doch ihn kannte jeder. Der Junge trug eine blitzförmige Narbe auf seiner Stirn. Dies war das einzige Überbleibsel eines Todesfluches, den der böse Zauberer an Harry ausgeübt hat, als dieser noch ein Baby war. Das Scheitern dieses Zaubers hatte den Zauberer sehr geschwächt und er war von der Bildfläche verschwunden, bis sie vor zwei Jahren ein Trimagisches Turnier hatten. An diesem Turnier nahmen Vertreter der drei größten magischen Schulen Teil und Harry trat zu aller Überraschung gemeinsam mit einem Cedric Diggory an. Doch der dunkle Lord kehrte zu seiner Macht zurück, tötete Cedric und bot sich einen Kampf mit Harry. Dieser allerdings fand irgendwo weit ab von der Schule statt, weshalb Harry niemand glauben wollte, dass der Lord wieder zurück war. Nur der Schuldirektor vertraute den Worten seines Schülers, doch die magische Presse und die magische Regierung versuchten Harry schlecht aussehen zu lassen, wo es nur ging.
Bei dem Gedanken an den allseits geliebten Schuldirektor musste sich Joseline eine Träne aus dem Auge wischen. Zwar hatte sie den Schulabschluss geschafft, doch war es nicht der Direktor gewesen, der die Ansprache für die nun fertigen Schüler gehalten hatte. Es war die Lehrerin in Verwandlung gewesen, denn der Direktor war tot. Der dunkle Lord, dessen Namen so gut wie niemand wagt zu nennen hatte seine Leute, die so genannten Todesser auf ihr Schloss gebracht und es war zum Kampf gekommen. Joseline selbst hatte an jenem Abend geschlafen, doch einige Schüler aus Harrys Freundeskreis, Lehrer und Zauberer die zu Dumbledore, dem Schulleiter gehörten hatten sich einen erbitterten Kampf geleistet.
„Bist du soweit?“, ein Geist mit dem Namen die graue Dame war zu ihr herein geschwebt. Bei den Jungen überprüfte der Hauslehrer Professor Flitwick, ob alle so weit waren. Joseline nickte schweigend und drehte sich ein letztes Mal um und sah sich ihr Zimmer an. So viele Jahre hatte sie hier gewohnt und nun war es vorbei. Auch für jene, die noch keinen Abschluss hatten stand es noch nicht ganz fest, ob es ein nächstes Schuljahr geben würde, doch darüber wollte Joseline gar nicht nachdenken.

Es war Abend geworden und mit Hilfe von Flohpulver, das einen durch Kamine von Ort zu Ort bringen kann, solang man den Namen des Ziels deutlich spricht, gelangte sie in den tropfenden Kessel. Der tropfende Kessel war ein Lokal nur für Zauberer und Hexen und die nichtmagischen Menschen, die Muggel, konnten ihn eh nicht sehen. Über dem tropfenden Kessel gab es einige Zimmer, die der Wirt vermietete und eben so ein Zimmer hatte sich Joseline reserviert, denn so war es für sie einfacher in der Winkelgasse eine Wohnung zu finden und vielleicht eine Ausbildung. Der Wirt, ein älterer Herr mit dem simplen Namen Tom führte sie zu ihrem Zimmer, wo sie sich müde auf ihr Bett fallen ließ und erstmal tief durchatmete. Sie hatte es geschafft. Sie hatte ihren Abschluss und einen recht guten noch dazu. Sie hatte eine Menge UTZe (unglaublich toller Zauberer) geschafft und von nun an standen dem Mädchen viele Türen offen.
Noch wie sie so am überlegen war, was sie am nächsten Morgen alles erledigen wollte, schlief sie ein und wachte erst spät am nächsten Morgen auf.
Gleich nach dem Frühstück machte sich Joseline auf den Weg in die sehr belebte Winkelgasse. Um dorthin zu gelangen musste man im tropfenden Kessel nur hinten raus gehen, mit dem Zauberstab gegen bestimmte Wandsteine klopfen und ein Tor öffnete sich. In der Winkelgasse gab es alles, was ein Zaubererherz höher schlagen ließ, wobei durchaus auch dort Spuren von dem dunklen Lord zu sehen waren. Es gab Ladenbesitzer die entführt oder geflohen waren, doch alles in allem war dies der Ort, wo wohl noch die beste Stimmung herrschte. Joseline sah sich um, während sie die lange Straße in Richtung Bank nahm, denn auch Zauberer verfügen über Geld, welches auf einer speziellen, von Kobolden gehüteten Bank lagerte. Die Kobolde in den Banken waren recht clevere Wesen, die grad mal einen Meter groß waren, lange Finger, Ohren und unheimliche Zähne besaßen. Sie ließen nie einen an ein Geldfach, wenn er nicht den passenden Schlüssel besaß und sie konnten mit ihrer eigenen Form der Zauberei dafür sorgen, dass den Zauberern Angst und Bange wurde.
In der Bank angekommen, ließ sich Joseline zu ihrem Geld bringen, welches sich in Verlies 951 befand. Sie war nicht gerade reich, jedoch reichten Sickel, Galeonen und Knuts, die sie von ihrer Tante (die einzige Hexe in ihrer Familie) geerbt hatte noch für einige weitere Jahre. Sickel, Knuts und Galeonen waren die Zauberwährung. Die großen runden Münzen waren die Galeonen, die silbernen und um einiges kleineren die Sickel und die kleinsten, bronzenen mit einigen Kanten und einem Loch waren die Knuts. Natürlich konnte man sich Geld auch umwechseln lassen, wenn man über keine Galleonen und so verfügte. Wichtig war es auch stets zu wissen, dass 29 Knuts ein Sickel und 17 Sickel eine Galleone waren. So konnte man selber stets sicher gehen, ob man auch das passende Wechselgeld erhielt.
Nun hatte Joseline einiges von ihrem Geld abgehoben und sah sich in der Winkelgasse nach Anzeichen für eine dauerhafte Bleibe um. Sie hatte Glück. Bereits wenige Häuser von der Zauberbank entfernt stand an einem Lokal ein Schild angelehnt mit der Aufschrift: Lokal und Wohnung zu vergeben. Zwar hatte das Mädchen nicht vorgehabt einen Laden zu eröffnen, doch schaden konnte es ja kaum nachzufragen, wie teuer das Ganze sein sollte. Der bisherige Mieter, ein alter, bärtiger Zauberer schien sehr glücklich darüber, dass sich jemand für sein Lokal und die Wohnung interessierte, dass er es ihr beinah umsonst überlassen wollte. Kaum war der Schlüssel übergeben packte der Zauberer seine Sachen zusammen und verschwand. „Sehr vertrauen erweckend.“, murmelte Joseline und sah sich ihr Eigentum in Ruhe an. Das Lokal war wohl mal ein Cafe oder so etwas in der Art gewesen. Es gab kleine Tische und Stühle, eine Theke und eine Küche. Die Wohnung war klein, aber für sie reichte es vollkommen. Sie hatte ein Badezimmer, ein Schlafzimmer und ein geräumiges Wohnzimmer in dem auch noch die Einrichtung eines Esszimmers stand. „Na dann wollen wir mal.“, sagte sich Joseline, ging zurück zum tropfenden Kessel und holte ihre Sachen.
Im Laufe des Tages räumte Joseline die Wohnung komplett um, zauberte hier was hinzu und dort etwas weg. Sie war äußerst geschickt im Umgang mit dem Zauberstab. Am Nachmittag schließlich war sie fertig und mit sich mehr als zufrieden. Fehlten nur noch Dinge für den Haushalt und vor allem eine Idee für das Lokal. Die Dinge, die sie noch benötigte, konnte sie allesamt in der Winkelgasse erwerben, denn es gab Geschäfte für jeden Zweck. Umhänge, Kleidung, Zaubertrankzutaten, magische Haustiere und vieles mehr. In ein Geschäft, vor dem einige Eulen saßen, ging Joseline am Ende ihrer Einkaufstour hinein, denn sie hatte sich dazu entschlossen zwei Tiere zu kaufen. In der Schule hätte sie auch stets gern eines gehabt, doch ihre Eltern hatten gemeint in eine Schule gehören keine Tiere. Nun aber war die Schule Vergangenheit und Joseline konnte tun was immer sie wollte. So kaufte sie sich eine braune Zwergohreule für die Post, denn Zauberer schickten sich per Eule Zeitung, Briefe und Pakete. Auch kaufte sie sich einen kleinen Kater.

Er war noch ein Baby, hatte einen weißen Hals, weiße Pfoten und weißen Bauch. Unterhalb der Rippen bis über den Schwanz war der Kater braun-grau-getigert, ebenso der Großteil vom Kopf. Zu dritt ging Joseline also wieder zurück in ihre Wohnung, wo sie den Kater auf den Boden und die Eule auf eine herbei gezauberte Stange setzte. „Ihr braucht noch Namen.“, überlegte das Mädchen. „Also dich“ und damit drehte sie sich zu ihrer Eule „nenne ich Luna. Und den kleinen Frechdachs hier wird ich auf den Namen Kasimir taufen.“ Die Eule schaute zu dem kleinen Kater und Joseline hatte das Gefühl, als wolle Luna lachen, denn Kasimir war gerade an dem Versuch auf das Sofa zu klettern gescheitert und purzelte nun unsanft wieder herunter.
Es war ein anstrengender Tag gewesen und so verschob Joseline alles was mit dem Lokal zu tun hatte auf den kommenden Tag. Sie hätte ohnehin nicht gedacht in so kurzer zeit bereits eine Wohnung zu haben. Da fiel ihr erschrocken ein, dass sie sich noch gar nicht bei ihren Eltern gemeldet hatte. Rasch holte sie Pergament und Feder hervor und begann zu schreiben:

Liebe Eltern,
mir geht es gut und ich habe den Abschluss mit Erfolg gemeistert. Diese Eule heißt Luna und lasst sie bitte einen Tag ausruhen und gebt ihr etwas zu trinken, bevor ihr sie zu mir zurück schickt. Ich habe mir auch einen kleinen Kater gekauft, doch weiß er wohl noch nicht wie man mit den Füßen umgeht.
Per Zufall bin ich auf eine freie Wohnung in der Winkelgasse gestoßen und besitze zudem ein Lokal bei dem ich noch nicht recht weiß, was ich daraus machen soll.
Auf meiner Schule gab es Zwischenfälle, von denen ich lieber nicht in einem ungesicherten Brief berichten möchte, daher werde ich euch zu Mutters Geburtstag in wenigen Tagen besuchen kommen.
Es küsst euch eure Tochter Joseline

Joseline ging den Brief noch einmal durch und war mit sich zufrieden. Selbst wenn er abgefangen werden sollte, konnte niemand etwas daran entdecken, was zu einem Angriff reizen würde. Sie band den Brief an den linken Fuß der Eule und sagte ihr, wo sie hin fliegen musste.
Anschließend setzte sie sich hin und dachte nach. Den Tagespropheten, die Zauberzeitung hatte sie für ab dem nächsten Tag bestellt, damit sie stets auf dem Laufenden war. Somit war für jenen Tag nichts mehr zu tun, außer Kasimir etwas Futter hinzustellen und selber etwas zu essen. Da Joseline aber keine Lust zum kochen hatte, nahm sie sich vor in der Welt der Muggel in ein nettes Lokal zu gehen. Wieder benutzte sie den Durchgang durch den tropfenden Kessel und sah sich um. Eine Pizza wäre nicht schlecht, dachte sie sich und steuerte sogleich eine Pizzeria an. Dort angekommen, suchte sie sich einen freien Tisch und bestellte sich eine Pizza Salami und eine Cola. Zwar war sie eine Hexe, doch konnte sie nicht ganz und gar auf die Speisen der Muggel verzichten. Ein junger Kellner, nur wenige Jahre älter als Joseline brachte gerade einige Drinks an den Nebentisch, als er stolperte und alles drohte zu Boden zu fallen. Urplötzlich, Joseline verstand zunächst nicht wie, begannen die fallenden Gläser in der Luft zu stehen, die Leute ringsumher verharrten in ihren jeweiligen Positionen und der Kellner machte sich daran die Gläser wieder auf sein Tablett zu stellen. „Du bist ein Zauberer.“, stammelte Joseline verdattert. Der junge Mann drehte sich erschrocken zu ihr um und stotterte: „Ab…aber ach d…du sch…scheiße. Wie konnte i…ich d…dich nur ver…vergessen mit zu erstarren?“ Joseline lächelte leicht über diese Verwirrung und meinte: „Aber es soll doch nicht unter Muggeln gezaubert werden.“ Nun war der junge Mann gänzlich sprachlos „Du weißt was Muggel sind?“ „Natürlich, immerhin bin ich selber eine Hexe. Und du solltest echt mal diesen Zauber aufheben, bevor noch jemand herein kommt.“ Der Kellner nickte und schon ging alles wieder seinen gewohnten Gang.
Da der Zauberer neugierig geworden war, setzte er sich zu Joseline an den Tisch. „Also ich bin Jack Doherty. … Und du kommst aus Hogwarts?“ „Nicht mehr.“, antwortete das Mädchen lächelnd „Habe den Abschluss grad frisch geschafft und wohne seit gestern in der Winkelgasse. … Ich heiße übrigens Joseline Brenton.“ „Freut mich dich kennen zu lernen.“, sagte Jack und lächelte von einem Ohr zum anderen. „Wie kommt es, dass du hier arbeitest?“, erkundigte sich Joseline neugierig und sah sich in dem Restaurant um. Es schien keinem aufgefallen zu sein, dass gezaubert wurde und auch schien niemand auf den Kellner zu warten. „Meinem Vater gehört das Restaurant. … Er ist ein Muggel. … Meine Mutter ist schon lange tot.“, erklärte Jack „Und wie kommt es, dass du hier isst und nicht im tropfenden Kessel?“ „Meine Eltern sind Muggel. Nur die Schwester meines Vaters kann zaubern, sonst keiner und ich hab die leckere Muggel-Pizza vermisst.“, kam es nun von Joseline. Beide mussten lachen. Keiner von ihnen hätte erwartet ausgerechnet in der Welt der Muggel auf einen anderen aus der Zauberwelt zu treffen. „Kannst mich ja mal besuchen.“, meinte Joseline, als die Pizza kam und sie mit essen begann. „Na und du mich. Weißt ja wo du mich findest.“, ergänzte Jack. Beide lachten.
Ein stämmiger Mann mit schwarzen Haaren kam zu ihrem Tisch herüber, beugte sich zu Jack hinunter und fragte: „Wird das hier noch länger dauern oder kann ich auf deine Mithilfe zählen?“ „Dad, sie ist wie ich. … Lass mich noch ein wenig mit ihr reden. … Ich hab solang nicht mehr gezau….“, doch weiter kam Jack nicht, denn sein Vater wurde lauter: „Ich möchte das Wort, welches du soeben sagen wolltest nicht in meinem Lokal hören! Hast du mich verstanden?“ Jack nickte, verabschiedete sich kleinlaut von Joseline und ließ sie mit ihrer Pizza allein.
Traurig sah das Mädchen ihnen hinterher. Sie konnte sich echt glücklich schätzen zu der Familie zu gehören zu der sie nun mal gehörte, denn dort hatte keiner etwas gegen Zauberei oder deren Erwähnung.
Langsam machte sie sich auf den Weg nach Hause. Wieder ging sie durch den tropfenden Kessel und das verzauberte Tor. Ihr Kater empfing sie fröhlich. „Wir haben es schon gut Kasimir.“, meinte sie leise und hob den kleinen Kater auf ihren Schoß. Das Tier miaute fragend und rollte sich auf ihren Beinen ein. Nur wenige Augenblicke später war Kasimir eingeschlafen. Auch Joseline war erschöpft. Daher hob sie den kleinen Kater sanft hoch, legte ihn in sein Körbchen und begab sich selber ins Schlafzimmer. Müde legte sie sich hin und dachte an Jack, an Dumbledore, an den Jungen der überlebte und das, was sie am nächsten Tag erwartete.

Kapitel 2: der Prophet verkündet


Als Joseline am nächsten Morgen erwachte wusste sie zunächst gar nicht wo sie überhaupt war. Erst, als ihr der kleine Kater Kasimir auf den Bauch sprang und hungernd miaute wurde ihr wieder bewusst, wo sie war. Sie war in ihrer eigenen Wohnung in der Winkelgasse. Sie streckte sich und machte sich daran das Frühstück für sich und den Kater vorzubereiten. Um ein wenig bessere Luft herein zu lassen öffnete Joseline das Fenster und warf einen Blick nach draußen. Es waren bereits einige Hexen und Zauberer unterwegs, die ihren alltäglichen Geschäften nachgingen. Gerade wollte sich das Mädchen setzen, als sie zwei Eulen auf sich zu fliegen sah. Das eine war ohne jeden Zweifel ihre Luna und die andere trug eine Zeitung, somit musste sie vom Tagespropheten stammen. Joseline begrüßte die beiden Eulen nahm ihnen Zeitung und Brief ab und bezahlte die Posteule. Anschließend setzte sie sich hin und widmete sich dem Brief ihrer Eltern:

Liebes Kind Joseline,
dein Vater und ich sind in großer Besorgnis, denn auch uns kommen Dinge zu Ohren, die nicht wirklich erklärbar sind. Es geschehen Unfälle in unserer Welt und Leute der Politik verschwinden auf so sonderbare Weise. Ich freue mich, dass du vor hast mich zu meinem Geburtstag zu besuchen, aber tu dies nur, wenn es sicher ist. Wir lieben dich und möchten nicht, dass dir wegen uns etwas geschieht.
Mit lieben Grüßen auch von deinem Vater, küsst dich deine Mutter

Joseline legte den Brief beiseite. In etwa hatte sie sich bereits gedacht, was sie für eine Antwort erhalten würde. Natürlich geschahen nun auch in der Welt der Muggel Dinge, die nicht mehr einfach zu erklären oder zu vertuschen waren. Mit mittlerweile wachen Augen widmete sie sich dem Tagespropheten. Dort gab es gleich auf der ersten Seite einen schockierenden Bericht:




St. Mungo maßlos überfüllt. Zaubereiminister weiß bald keinen Rat mehr

Nach Angaben eines Sprechers des St. Mungo, unseres Krankenhauses für magische Erkrankungen, ist der gegenwärtige Zustand mehr als nur eine Notlage. Allem Anschein nach musste bereits auf magische Weise angebaut werden, um überhaupt alle Patienten unterbringen zu können. Auch musste wohl oder übel eine eigene Station für betroffene Muggel errichtet werden, denn die Angriffe gegen die Muggel und gegen die Familien von Muggelstämmigen Zauberern hat drastische Ausmaße angenommen.
„Ich versichere Ihnen, wir tun was wir können.“, versicherte Zaubereiminister Scrimgeour einem unserer Reporter, bevor er hastig disapperierrte.
„Das Ministerium sagt uns Hilfe zu, doch ist bis heute keine tatkräftige Unterstützung erfolgt.“, beteuerte der Sprecher von St. Mungo. Sind dies die ersten Anzeichen eines Scheiterns von unserem neuen Minister? Der ehemalige Zaubereiminister Cornelius Fudge weigerte sich bislang Stellung zu beziehen, was unsere Vermutung nicht gerade entkräftet.

Einen Moment lang schwieg Joseline und überflog noch einmal den Artikel. Sie fand es schockierend, dass es schon so viele Verletze gab und dass das Ministerium nichts tat oder auch nicht tun konnte. Sie blätterte weiter und stieß auf einen weiteren Artikel, der ihr Interesse weckte:

Hogwarts bleibt offen, M. McGonagall neue Leiterin

Nach dem für uns alle sehr unerwarteten und tragischen Ablebens des ehemaligen Schulleiters Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore stand die wichtige Frage im Raum, ob und wenn unter welcher Leitung Hogwarts noch weiter geöffnet sein sollte. Nun aber erklärte sich die Stellvertretende Leiterin der Schule für Hexerei und Zauberei für bereit den Posten von Albus Dumbledore anzutreten und somit den Fortbestand der Schule zu sichern.
„Wir sahen uns schon öfter in schwierigen Lagen und sind übereingekommen, dass es für die Schüler Zuhause nicht weniger gefährlich ist, als auf unserer Schule. Somit wäre ein weiterer Unterricht nur von Vorteil, indem sich die Schüler auf mögliche Angriffe besser vorbereiten können.“, erklärte die Professorin und Lehrerin in Verwandlung einem Abgesandten des Ministeriums.
Nun, da die Schule offen bleibt stehen selbstverständlich wieder freie Fächer zur Verfügung, die von kompetenten Lehrern besetzt werden wollen. „Wir wünschen uns ausschließlich Lehrer oder Lehrerinnen, die auch bereit sind einen Kampf einzugehen, um das Wohl unserer Schüler zu gewährleisten. Wir sehen uns dunklen Zeiten entgegen und wissen nicht was kommen wird.“, sagte weiterhin Professor McGonagall zu unserem Sprecher. Folgende Fächer stehen zur Verfügung: Verteidigung gegen die dunklen Künste, eine halbe Stelle in Verwandlung zur Entlastung der Direktorin und Zaubertränke, nach dem kürzlich verkündeten Rücktritt von Horace Slughorn.

Joseline legte den Propheten beiseite und dachte nach. Das Slughorn gegangen war wunderte sie nur wenig, denn er war schon zuvor im Ruhestand gewesen. In Verteidigung gegen die dunklen Künste hatten sie bislang jedes Jahr einen neuen Lehrer gehabt und bis auf den in ihrem vierten und fünften Jahr, hatte sie keinen für sonderlich kompetent gehalten. Nun aber musste sie nachdenken. Sie war noch recht jung. Hatte soeben erst den Abschluss gemacht und sich hier ein Zuhause eingerichtet und doch spürte sie ein starkes Interesse daran sich für die Lehrerstelle in Verwandlung zu bewerben. Schaden konnte es nicht und mehr als abgelehnt werden konnte sie auch nicht. Kurzerhand holte Joseline Pergament, Tinte und Feder hervor und begann zu schreiben:

Sehr geehrte Professor McGonagall,
zunächst gratuliere ich Ihnen zu der Entscheidung das Direktoramt übernommen zu haben. Des Weiteren würde ich mich recht gerne für die halbe Stelle in Verwandlung bewerben. Sie waren mir stets eine gute Lehrerin und ich denke ich habe genug bei Ihnen gelernt, um mein Wissen weiter zu geben.
Mit freundlichen Grüßen
Joseline Brenton

Ja, nach einem gründlichen Durchlesen sagte sich Joseline, dass der Brief in Ordnung war. Sie rief nach Luna, band ihr den Brief an den Fuß und schickte sie ab. Mit starkem Herzklopfen sah sie zu, wie ihre Eule am Himmel immer kleiner wurde.
Nun, da sie in Erwägung zog zurück nach Hogwarts zu kehren, lohnte es sich für das Mädchen nicht irgendwelche Arbeit in das Lokal zu stecken. Das konnte sie immer noch tun, sollte sie eine Absage erhalten. So aber konnte sie den Tag genießen und sich bei Flourish & Blotts nach einigen guten Büchern umschauen. Sie liebte es dort zu stöbern und schon in früheren Jahren hatte sie sich überlegt das eine oder andere Buch zusätzlich zu erwerben. Das Einzige, was sie stets daran gehindert hatte, war der dauernd gestresste Verkäufer, der sie jedes Mal angefaucht hatte, weil sie sich nicht hatte entscheiden können. Nun aber wusste sie genau was sie wollte. Sie kaufte sich mehrere verschiedene Exemplare in denen spezieller auf Verwandlung eingegangen wurde, denn so konnte sie sich für einen eventuellen Aufnahmetest besser vorbereiten, als nur mit den Schulbüchern, die sich über die Jahre angesammelt hatten.
Es war bereits später Nachmittag und Joseline war gerade dabei sich einige Leckereien zu zaubern, als jemand hinter ihr aperrierte. Es war niemand anderes als Professor McGonagall. Sie wirkte sehr müde und ihre sonst so gestrenge Frisur wirkte etwas lockerer als sonst. „Sie wollen also Lehrerin in Verwandlung werden?“, kam es ohne irgendwelche Begrüßungen von der Professorin. Joseline nickte schweigend. Sie war etwas überrascht über das Auftreten ihrer ehemaligen Lehrerin. „Nun“, fuhr Professor McGonagall fort „Ich nehme mal an, dass Sie sich durchaus bewusst sind, in welche mögliche Gefahr Sie sich begeben und das daher der Job als Lehrer gerade nicht sehr gefragt ist?“ Das Mädchen nickte bloß und wartete darauf, dass es weiter ging „Angesichts der Tatsache, dass ich Sie stets für eine meine besten Schülerinnen halten durfte und der Tatsache, dass Professor Flitwick Sie sehr schätzt und wir keine anderen Bewerber haben, bekommen Sie neben mir die Stelle zur Lehrerin in Verwandlung. … Sie werden sich um den Unterricht der unteren drei Klassen kümmern und eventuelle Vertretungsstunden übernehmen, wenn ich mal verhindert sein sollte. … Dies erfordert ein hohes Maß an Teamfähigkeit und Absprachen. … Nehmen Sie an?“ Joseline fühlte sich wie im Traum und sagte rasch: „Natürlich nehme ich an.“ „Nun gut. Das Schuljahr beginnt zum ersten September und Sie haben sich pünktlich einzufinden. … Bis dahin noch eine schöne Zeit.“, schloss die Professorin und verschwand wieder.
Das Mädchen stand noch eine Weile verdattert in der Küche und starrte auf die Stelle, wo soeben noch ihre Lehrerin gestanden hatte. Nun aber begann sie zu jubeln und vor Freude durch die Wohnung zu tanzen, dass der arme kleine Kasimir eingeschüchtert in eine Ecke flüchtete und sich dort klagend maunzend verkroch.
Luna kam am Abend wieder bei Joseline an und wurde auch sogleich wieder mit einem Brief an ihre Eltern davon geschickt. In dem Brief hieß es nur kurz und knapp:

Liebe Eltern, ich kehre zurück nach Hogwarts.

Kapitel 3: Rückkehr nach Hogwarts

Der August schritt immer weiter voran und schon bald würde Joseline ihre Eltern wieder sehen, denn ihre Mutter hatte Geburtstag. Zuvor aber wollte sie sich mit Jack treffen, um ihm mitzuteilen, dass sie doch nicht in der Winkelgasse blieb. Zwar behielt das Mädchen die Wohnung, um in den Sommerferien dorthin zurück zu kehren, jedoch vermietete sie das Lokal, denn es war für sie überflüssig.
„Du willst also nach Hogwarts zurück?“, erkundigte sich Jack, als Joseline ihm auf einem Spaziergang alles erzählt hatte „Echt schade. … Dachte aus uns das könnte etwas werden. … Ich meine“ Der junge Mann lief ganz rot an „Ich hab da so einen Funken gespürt.“ Joseline lächelte verlegen. Ihr ging es nicht anders, doch für sie war es wichtiger zur Schule zurück zu kehren, um dort in den schweren Stunden zu helfen, wie es nur eben ging. „Ich bin ein Animagus.“, fuhr Jack fort „Ich kann mich in einen kleinen Vogel verwandeln. … Ich könnte dich jederzeit besuchen, wenn du magst.“ Joseline war von diesen Worten sehr gerührt und wusste zunächst gar nicht was sie sagen sollte. Schließlich fiel ihr etwas ein, was sie stutzig werden ließ: „Ich hab mal gelesen, dass alle Animagi registriert sein müssen und das es gegenwärtig nur sieben gibt. Ich kann mich nicht erinnern deinen Namen gelesen zu haben.“ Der Gesichtsausdruck, der nun auf Jacks Gesicht erschien sprühte nur so voll Überlegenheit. „Ich hab die Prüfung dazu erst kürzlich abgelegt und somit gibt es acht Animagi.“ Über diese Auskunft war Joseline sehr glücklich und voller Glück warf sie sich ihm an den Hals und küsste ihn voller Leidenschaft.
„Was hältst du davon mich auf den Geburtstag meiner Mutter zu begleiten?“, fragte das Mädchen, nachdem sie den Kuss beendet hatte. Jack, der noch immer ziemlich verwirrt war wegen des stürmischen Kusses nickte bloß. Sein Gesicht lief dabei rot an.
Wenige Tage später fand der Geburtstag von Laura Brenton statt, zu dem Jack und Joseline mit dem fahrenden Ritter fuhren. Es war eine recht lange Fahrt, denn immerhin mussten sie bis nach Deutschland gelangen. Mit dem Ritter fuhren sie also auf die üblich, mörderisch rasante Weise bis zu einer Kreuzung, an der die Brentons wohnten. Mit leichtem Dreh in der Magengegend stiegen sie aus und gingen auf ein kleines Haus zu vor welchem bereits gegrillt wurde. Kaum hatten die Brentons ihre Tochter und dessen Begleiter entdeckt, als sie auch schon auf sie zustürmten. „Joseline, Liebling. … Wer ist denn dein smarter Begleiter? Seit ihr gut hergekommen?“ Das Mädchen nickte und stellte Jack vor: „Mum, Dad, dies ist Jack Doherty. … Er ging auch auf meine Schule.“ Ein viel sagender Blick wechselte zwischen den Eltern hin und her, dann nahmen sie den jungen Mann lächelnd in den Arm und begrüßten ihn.
„Ist das meine kleine Joseline?“ , eine ältere Dame kam auf sie zu und streckte die Arme weit aus. „Oma Gerda.“, begrüßte das Mädchen die Dame mit einem deutlich überzogenem strahlen auf den Lippen. „Lass dich anschauen. Ich hab dich ja nicht mehr zu Gesicht bekommen, seitdem dein Vater beschloss dich auf ein Internat zu schicken.“ Joseline lächelte verlegen und versuchte sich aus der Umarmung zu befreien, allerdings recht vergeblich. „Und hast du nun deinen Abschluss?“, erkundigte sich die Oma weiter. Wie ein gehetztes Tier, das in die Enge getrieben wurde, sah Joseline ratlos zu ihren Eltern. Oma Gerda wusste nichts von der Zauberei ihrer Enkelin, denn sie war nur ein einfacher Muggel. Die Zauberei stammte aus der Familie von Milo, Joselines Vater. Oma Gerda aber war die Mutter ihrer Mutter und somit wusste sie nichts über Hexen, Zauberer, den dunklen Lord und Hogwarts. „Ähm. … Joseline wird ab diesem Sommer als Lehrerin in dem Internat arbeiten.“, gab Milo Brenton als Antwort.
Oma Gerda sah sprachlos von einem zum anderen. Es schien, als hätte ein Blitz sie getroffen. Schließlich stammelte sie: „Du … du … willst uns schon wieder verlassen?“ „Ja Oma Gerda, dass ist eine große Chance für mich.“, erklärte Joseline zögerlich. Einige Sekunden blieb es still, unangenehm still, wie die junge Frau fand, bis Joselines Vater sie und Jack mit ins Haus nahm mit den Worten, er habe etwas Wichtiges mit ihnen zu besprechen.
„Du bist also auch ein Zauberer?“, erkundigte sich Milo bei Jack kaum das die Tür hinter ihnen zu gefallen war. Der junge Mann nickte etwas verwirrt. „Das heißt du weißt bescheid über die Dinge, die vor sich gehen?“ Wieder nickte Jack nur und wusste noch nicht recht, auf was der Vater seiner Freundin hinaus wollte. „Joseline ist meine einzige Tochter und ich hoffe inständig, dass du ein wachsames Auge hast, so weit es dir möglich ist. Haben wir uns verstanden?“ Joseline blickte ihren Vater überrascht an. SO energisch und so besorgt kannte sie ihn nicht. „Vater, mir wird schon nichts passieren.“, bekräftigte die junge Frau und hielt dabei die Hand ihres Vaters fest in der ihren. Doch auch Jack versprach mit einem nickenden Lächeln, dass er auf sie aufpassen würde.

„Wann fährt der Zug noch mal ab?“, wollte Jack wissen und sah besorgt auf die Uhr. Er hatte verschlafen und somit waren er und Joseline etwas zu spät dran, als es um die Fahrt nach Hogwarts ging. Joseline sah genervt auf ihre Uhr und meinte bloß: „Jack, ich habe noch eine halbe Stunde und nach der nächsten Kreuzung steuern wir schon auf Kings Cross zu.“ Mit der Hand, an der nicht ihre Uhr war, zog sie sich Kasimir zurück auf den Schoß und beschwor den Taxifahrer doch etwas vernünftiger zu fahren. „Und du hast sicher alles?“, erkundigte sich der nervöse Jack auch nicht zum ersten Mal. „Ja Jack. Ich habe alle Bücher, Umhänge und was ich sonst noch so brauch.“, beschwichtigte ihn Joseline mehr als genervt. „Und das Ticket?“ Die junge Frau zeigte ihm das Ticket in ihrer Handtasche. Es standen Datum, Uhrzeit und Gleis darauf.
Es war kein normales Gleis, von dem sie mit dem Schulzug, dem Hogwartsexpress fahren würde. Es handelte sich um ein magisches Gleis: 9 ¾. Nur Hexen und Zauberer kamen auf dieses Gleis, welches sich zwischen der Absperrung von Gleis 9 und 10 befand.
In aller Ruhe stapelte Joseline ihre Koffer auf einen der Wagen im Bahnhof und schob ihn so unauffällig wie möglich zu dem Übergang zum magischen Gleis. Kurz vorher verabschiedete sie sich noch von Jack: „Tu nichts unüberlegtes, nur um mich zu sehen. Ich schreibe dir so oft ich kann. Ich liebe dich.“ Dann drückte sie ihm noch einen Kuss auf die Wange und verschwand durch die Absperrung.
Das Gleis 9 ¾ war schon voller Schüler, die sich auf die Fahrt zur Schule vorbereiteten. Die ein oder anderen kannte sie noch vom sehen her, doch aus ihrem Jahrgang war nun niemand mehr da. Schweigend schob sie den Wagen zu einer der Türen, hob die Koffer in den Zug und suchte sich ein Abteil. Obwohl sie recht spät aufgebrochen waren, hatten sie die Zeit dank des Taxifahrers recht gut wieder eingeholt. Der Zug war noch nicht voll und so fand Joseline rasch ein Abteil für sich und ihre Tiere. Luna hockte nervös in ihrem Käfig und Kasimir schnurrte gleich zufrieden auf ihrem Schoß, kaum dass sie sich hingesetzt hatte.
Im Laufe der Minuten nahm das Lärmen auf dem Gang zu und verstummte auch wieder. Allmählich mussten wohl alle Schüler einen Platz gefunden haben. Der Zug fuhr gerade an, als zwei Mädchen in der Tür standen. Die eine hatte rote Haare und war Joseline gänzlich fremd, doch die andere gehörte zu den Ravenclaws und war der jungen Frau durchaus bekannt. Der Name des Mädchens war Luna Lovegood und ihr Vater war Herausgeber des Klitteres, eines Klatschblattes, welches kein sonderliches Niveau besaß. „Können wir uns hier zu dir setzen?“, fragte Luna ohne Joseline auch nur wirklich anzusehen. Die junge Frau nickte und half dem Mädchen mit den roten Haaren ihren Koffer zu verstauen. „Ich bin Ginny Weasley.“, stellte sich das Mädchen vor, nachdem sie sich wieder gesetzt hatten. „Ich bin Joseline Brenton.“, gab Joseline zurück und bot den beiden Mädchen etwas von ihren mitgebrachten Snacks an. Beide griffen dankbar zu. Noch kauend erkundigte sich Luna: „Bist du nicht eigentlich schon aus der Schule raus?“ „Doch.“, bestätigte Joseline „Doch ich habe eine Stelle als Teilzeitlehrerin in Hogwarts bekommen.“ „Dann sollten wir dich wohl lieber nicht mehr duzen.“, meinte Ginny verlegen und schaute aus dem Fenster.
Die Fahrt führte sie durch weites land und als sich der Abend näherte kamen sie am Bahnhof and er Schule an. Joseline atmete noch einmal tief durch und begab sich dann zu den Kutschen, die sie aufs Schloss brachten. Professor McGonagall wartete bereits am Eingang auf die Erstklässler und bat Joseline im Flüsterton sich an den Lehrertisch in der großen Halle zu begeben. Dies war ein vollkommen neuer Eindruck für die junge Frau und viele der eintreffenden Schüler starrten sie an.
Es dauerte eine Weile, bis alle ihre Plätze gefunden hatten, dann trat auch Professor McGonagall herein und nahm in der Mitte des Tisches ihren Platz ein. Eine Handbewegung ihrerseits reichte, um das Murren zu ersticken und sämtliche Blicke waren nun auf den Lehrertisch gerichtet.
„Guten Abend und willkommen.“, sagte Professor McGonagall mit durchdringender Stimme „Wir kommen nun zu der Häuserverteilung.“ Bei diesen Worten wurden die neuen Schüler herein gelassen und der alte, sprechende Hut wurde auf einen Stuhl vorne im Saal gelegt.
Der alte Hut verteilte schon seit Jahren die Schüler auf die jeweiligen Häuser, doch zuvor trug er stets ein Gedicht vor. Der Hut erwachte zum Leben und begann auch sogleich zu singen:

Ich schein ein alter Hut zu sein,
ihr denkt ich leg euch rein,
doch bin ich es, der euch sagt:
ich kenne antworten, was immer ihr auch fragt.
Seit alter Zeit teile ich die Schüler auf,
denn alle gehören in ein Haus.
Der Häuser haben wir gar vier,
ich stell sie vor und zwar heut und hier:
Rowena Ravenclaw war klug und gescheit,
so seit ihr wie sie sag ich euch bescheid.
Godric Griffindor war voller Mut und Tapferkeit,
beides ist sehr gefragt in dieser dunklen Zeit.
Helga Hufflepuff war die treue Seele und voller Gerechtigkeit,
Menschen wie sie sind zu Bündnissen bereit.
Der vierte Gründer Salazar Slytherin hieß,
Ehrgeiz, List und Blutstreue er vorwies.
Egal zu welchem Haus der vier ihr nun gleich gehören mögt,
eines sei euch noch gesagt:
Der Zusammenhalt und die Freundschaft,
sie allein machen uns in dieser Zeit stark.
Drum haltet stets zusammen und seit ehrlich,
denn ansonsten wird es gefährlich.


Leichter Applaus ging durch die Halle. Noch nie zuvor hatte Joseline ein derartiges Gedicht von dem Hut gehört. Allem Anschein nach hatte auch er unter dem Tot von Dumbledore gelitten.
Professor McGonagall ignorierte das Gedicht welches gerade vorgetragen wurde und verlas langsam die Namen der Schüler. Sie mussten einzeln nach vorne treten, den Hut aufsetzen und abwarten, was dieser entschied.
Nachdem die Namen alle verlesen waren und die neuen Schüler und Schülerinnen ihre Plätze gefunden hatten, räusperte sich die neue Schulleiterin noch mal und bat um aller Aufmerksamkeit:
„Zunächst einmal möchte ich die neuen Schüler und Schülerinnen herzlich willkommen heißen. … Und des Weiteren habe ich einige wichtige Ankündigungen zu machen: Wie die meisten von euch wissen verstarb unser geschätzter Direktor Albus Dumbledore im vergangenen Sommer. Somit habe ich auf das bitten meiner Kollegen hin seinen Posten übernommen. Dementsprechend sehe ich mich nicht mehr in der Lage allein den Unterricht in Verwandlung zu übernehmen und habe um Unterstützung gebeten. Ich schätze mich glücklich euch sagen zu können, dass eine ehemalige Schülerin von nun an den Unterricht der Erst- bis Drittklässler alleine übernimmt, ebenso wie anfallenden Vertretungsunterricht in den oberen Klassen. Heißt mit mir Professor Joseline Brenton herzlich bei uns willkommen.“
Joseline stand verlegen auf und lächelte in die Runde. Es gab Applaus und verwirrtes Getuschel, doch auch dieses wurde von Professor McGonagall rasch unterbunden, denn sie fuhr fort: „Des weiteren haben wir neue Kollegen in Zaubertränken und Verteidigung gegen die dunklen Künste. Für Zaubertränke heiße ich Professor Angus Delaney herzlich willkommen.“
Ein Mann mittleren Alters, mit blasser haut und blonden Haaren stand auf. Auch er bekam nur wenig Applaus. Anscheinend kannte ihn niemand.
„In Verteidigung gegen die dunkeln Künste freue ich mich sehr einen ehemaligen Kollegen erneut willkommen zu heißen: Professor Remus Lupin.“
Donnernder Beifall, besonders von den älteren Schülern erfüllte die Halle und auch Joseline freute sich sehr darüber. Sie hatte seinen Unterricht sehr geschätzt und es hatte sie nicht im Mindesten gestört, dass er ein Werwolf war, wie sich später heraus gestellt hatte.
„Nun wünsche ich Ihnen allen einen guten Appetit.“, schloss Professor McGonagall und auf magische Weise füllten sich die Tische mit den köstlichsten Speisen.
Joseline hatte gar nicht gemerkt, was sie für einen Hunger hatte. Dennoch versuchte sie nicht zu schlingen, sondern sah sich noch ein wenig in der großen Halle um. Die vier Schülertische, für jedes Schulhaus einer, waren gefüllt. Es saßen Schüler die nur aßen, die tranken und viele die auch aufgeregt miteinander tuschelten. Die junge Frau konnte das gut nachvollziehen, denn schließlich war in der letzten Zeit viel passiert.
Als sie alle mit dem Essen fertig waren, erhob sich Professor McGonagall noch einmal um die letzten Worte an jenem Abend an ihre Schüler zu richten: „Ich nehme an, ihr seit alle satt geworden. Gut. Von Herrn Filch soll ich euch sagen, dass sämtliche Artikel aus der Auswahl von Weasleys-Scherzatikelladen nicht erlaubt sind, ebenso wie Stinkbomben und eine Vielfalt anderer Gegenstände, die auf einer Liste an Filchs Tür und am schwarzen Brett hängt. Die Vertrauensschüler werden euch in eure Gemeinschaftsräume begleiten. Nun denn, Ihnen allen eine angenehme Nachtruhe und auf einen guten Schulstart.“ Applaus ging durch die Halle, die Schüler erhoben sich und die Lehrer verließen ebenfalls die Halle.
„Ich möchte Ihnen meine Aufzeichnungen für den Unterricht der Erst- bis Drittklässler geben.“, sagte Professor McGonagall im gehen zu Joseline „Ich nehme zwar an, dass Sie durchaus noch all ihre Aufzeichnungen haben, aber sicher ist sicher.“ Joseline nickte dankbar und betrachtete die Professorin. Sie schien in der kurzen Zeit sehr gealtert zu sein und hatte allem Anschein nach an Gewicht verloren.
Draußen war es bereits sehr dunkel geworden, als sich Joseline in ihrem Zimmer schlafen legte. Am Montag würde ihr erster Tag als Lehrerin sin. In der ersten Stunde hatte sie die Erstklässler. So schwer konnte das ja nicht werden und doch war sie mehr als nur nervös.

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